2-jährige Lehren sind sinnvoll

18.06.13

In der NLZ vom 17. Juni kritisiert Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler die teils ungenügenden Qualifikationen unserer Schulabgänger scharf und fordert die sofortige Wiederabschaffung der zweijährigen Lehren. Die Situationsanalyse von Herrn Bigler teile ich, die Folgerung nicht. Die zweijährigen Lehren sind nicht eine Anpassung des Bildungsniveaus nach unten, sondern eine Möglichkeit, auch schulschwächere Jugendliche, wie sie in unserer Gesellschaft immer mehr vorkommen, in die Berufsbildung zu integrieren. Da gehe ich mit Leserbriefschreiber Aldo Isepponi (NLZ, 19.6.) einig. Lieber sanft ins System einbauen als gar nicht. Dass immer mehr Jugendliche schulische Defizite aufweisen, hängt nämlich nicht nur mit den gesunkenen Anforderungen in der Volksschule zusammen (hier gibt es tatsächlich Handlungsbedarf), sondern vor allem mit handfesten gesellschaftlichen Veränderungen (Mehr Einkind-Familien, mehr Alleinerziehende, mehr Kinder mit Migrationshintergrund). Auf diese müssen die Volksschule und die Berufsbildung in irgendeiner Form reagieren. In diesem Sinne braucht es zweijährige Lehren, die den vorwiegend praktisch begabten Schulabgängern den Einstieg in die Berufswelt erleichtern. Aufgabe der Behörden ist es, das Image dieser zweijährigen Lehren mit geeigneten Massnahmen zu verbessern. Hierfür habe ich in der Frühlingssession ein Postulat eingereicht, das inzwischen vom Bundesrat zustimmend zur Kenntnis genommen wurde.

Beitritt Komitee
ir