Gleiche Chancen für Mann und Frau

30.10.13

Heute gibt es in der Schweiz unterschiedliche Familienmodelle. Und das ist gut so. Mütter und Väter sollen beide die Chance haben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Die Familieninitiative der SVP hat zwei entscheidende Makel. Sie stellt erstens das bewährte schweizerische Prinzip der Besteuerung aufgrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Frage. Ein Steuerabzug ist demzufolge nur dann möglich, wenn ein entsprechender Lohn erarbeitet wird und für die Erwerbstätigkeit gewisse Ausgaben anfallen – zum Beispiel für die Kinderbetreuung. Anders gesagt: Wenn kein Lohn da ist, kann man auch nichts abziehen. Die SVP-Initiative setzt zweitens die falschen Anreize. Viele Frauen – unabhängig davon, wie gut sie ausgebildet sind – würden sich aus steuertechnischen Gründen gegen die Erwerbstätigkeit entscheiden. Der Wirtschaft würden damit zahlreiche dringend gebrauchte Fachkräfte fehlen. Kompensieren würde man sie durch zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland. Ob das dann im Interesse der Initianten liegt, wage ich zu bezweifeln.

Peter Schilliger, Nationalrat FDP, Udligenswil


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